…Schakker special…

Allgemein Von Brigittchen 196 Kommentare »

Nun, einige wissen es schon. Ich, Tanja, bin bereits seit 20 Tagen wieder zurück in Deutschland, die Schakker blieb noch ein wenig länger. Bald kommt auch sie wieder, doch nun hier an dieser Stelle auf Wunsch ein paar Fotos zur Überbrückung der Wartezeit. Vor allem habe ich auch die Geburtstagsbilder jetzt hochgeladen, das hatte ja aus Indien nicht geklappt. Entschuldigung noch einmal für die Verzögerung an die Wartenden, hier ist sie:

…endlich jetzt bebildert!

Nepal Von Brigittchen 55 Kommentare »

Ich kann es selbst kaum glauben, aber es ist nun tatsächlich gelungen, Fotos von dem Annapurna Circle hochzuladen. Ein paar missglückte Versuche und einer Intervention und Hilfestellung des Administrators später ist es also soweit. Für euch hier ein paar Fotos also:

…into thin air!

Nepal Von Brigittchen 88 Kommentare »

Wir haben lang nichts von uns hoeren lassen und das lag zum einen daran, dass sich unsere Reise ungemein beschleunigt hat irgendwie und zum anderen, dass wir uns fuer eine Weile aus der Zivilisation zurueckgezogen haben. Ich versuche einen Rueckblick, der nur ein schneller sein kann.

Was ist mit uns geschehen?

Ich muss kurz vorgreifen und eine Zahl nennen. Die Zahl des Tages sozusagen und fuer mich persoehnlich noch immer die Zahl der Woche, des Monats und vielleicht des Jahres.

5416.

Doch der Reihe nach. Als wir in den Zug nach Varanasi stiegen, hatten wir beide eine Phase von etwa drei Wochen hinter uns, in der wir nur noch raus aus Indien wollten - es war uns alles zu viel geworden, Indien kam uns vor wie ein staendiger Kampf (um unsere Wuerde, um Respekt, um Gehoer). Im Zug teilten wir uns dann ein Abteil mit dem sehr alten Mr. Singh, einem sehr traurigen Witwer, der sich unserer annahm, uns mit Suessigkeiten fuetterte und versuchte, uns etwas ueber indische Kultur und Lebensweise beizubringen. Das war fuer Schakker auf Dauer weniger lustig als fuer mich, weil ich einfach aus Routine (ist halt so in Indien) gelogen hatte und ihm erzaehlt hatte, ich sei verheiratet. So war ich fuer ihn eine Frau kurz vor dem goettlichen Zustand (Mutter sein) und Schakker ein Maedchen, das zwar einen Freund hat, aber noch Fuehrung im Leben bedarf. Aber nichtsdestotrotz hatten wir beide eine lustige Zeit mit ihm und verabschiedeten uns sehr freundlich am Bahnhof in Varanasi. Varanasi selbst war dann wieder unsere Versoehnung mit Indien. Uebr keinen anderen Ort in Indien hatten wir vorher so viel gehoert. Varanasi, die heilige Stadt am Ganges, der Mutter. Die Stadt, in der Hindus kommen, um ihre verstorbenen Angehoerigen offen am Fluss zu verbrennen. Steve, den wir in Goa kennengelernt hatten, hatte uns gewarnt: Vanarasi ist voller human vultures (so etwas wie menschliche Geier), andere Freunde von uns, einige lesen hier ja mit, hatten auch vieles im Vorfeld gesagt. Doch alle waren sich in einem einig: Varanasi muss man gesehen haben. Im Schnellfazit nun: ja, Varanasi ist sehr speziell, sehr sprirituell, nicht immer lustig, aber eine Reise wert. Wir verbrachten sehr schoene vier Tage dort und stiegen dann in den Nachtzug zur indisch-nepalesischen Grenze. Am letzten Halt stiegen wir um in einen Bus zur Grenze, dort mussten wir aussteigen und zu Fuss die Grenze passieren. Genau am Grenzuebergang lernten wir Omid aus Israel kennen und entschieden ganz spontan mit ihm und etwa fuenf anderen Travellern aus Israel und Frankreich einen Jeep nach Lumbini zu mieten und nicht wie geplant, sofort nach Kathmandu zu fahren. Das war vor allem eine pragmatische Entscheidung, wir waren schon ueber 16 Stunden unterwegs, Kathmandu eine Tagesfahrt weg und Lumbini nur 26 km. By the way, Kief, ja, du hattest absolut Recht, Nepal kam uns vor wie ein Retreat, sofort nach Ueberschreiten der Grenze. Die Menschen waren gleich viel freundlicher und entspannter. In Lumbini, der Geburtsstadt Buddhas, haben wir 24 Stunden verbracht und sind dann mit Omid nach Kathmandu gefahren. In Kathmandu hatten wir etwa drei sehr bewegte, aber auch schoene Tage. Hier erreichten uns die Nachrichten von den Geschehnissen in Tibet. Ich habe das tibetische office in Kathamandu besucht daraufhin, aber sie brauchten momentan keine Hilfe, die ich ihnen haette geben koennen. Aber an dieser Stelle: wir haben eine Menge Tibeter getroffen, wir haben viel tibetisches Leben in den letzten Wochen gesehen und all das hat uns tief beruehrt. Wir hatten beide zwischendrin sehr intensiv das Beduerfnis irgendetwas zu tun. Eine kleines starkes Volk kaempft hier um Wuerde, Gedanken- und Religionsfreiheit.

Die Ereignisse ueberschlugen sich weiterhin auch bei uns, wir verbrachten die Tage in Kathmandu mit der Vorbereitung unserer weiteren Reise, die uns direkt in den Himalaya fuehren sollte. Und damit komme ich wieder zu der Zahl.

5416. Manch einer kann sich das nun denken, ich spreche von Hoehenmetern.

5416 Hoehenmeter  haben wir ueberwunden. Zu Fuss. Im Westhimalaya. No porter, no guide. Wir sind etwa 160 Kilometer zu Fuss gelaufen und haben dabei ueber 4400 Hoehenmeter zurueckgelegt, in etwa 14 Tagen haben wir vier verschiedene Klimazonen durchlaufen. Kurz: wir waren auf dem Thorung La Pass, den groessten Bergpass der Welt. Es faellt mir ungemein schwer, Worte dafuer zu finden. Wir sind beide gesund und haben die Sache gut ueberstanden, wenn auch wir beide jeweils Momente des Zweifels ob unserer koerperlichen Verfassung hatten. Mein Kopf drohte zu explodieren, als haetten sich einige der schweren Himalayasteine darauf gelegt, in der Nacht nachdem wir die 3000er Grenze ueberwunden hatten. Hoehenkrankheit? Nach einem Tag, an dem ich nur 80 Hoehenmeter zurueckgelegt habe, war alles wieder gut. Schakker hat die Hoehe eher in der Lunge gespuert und ihr hat dann eher die 4000er Grenze Schwierigkeiten gemacht bzw. wortwoertlich den Atem genommen. Was tun? Praeventiv Diomax nehmen wie es einige Mediziner empfehlen oder eher nicht, weil es die Symptome nur versteckt (das empfehlen wieder andere Mediziner)? Abbrechen? Dazu kam natuerlich die taegliche koerperliche Anstrengung, das Laufen, die Rucksaecke. Wir haben es gewagt und haben es geschafft. Zu einem grossen Teil uebrigens Dank der Leute, die wir getroffen haben unterwegs und mit denen wir recht schnell eine Gruppe von 11 Personen gebildet haben. Ich nenne nur kurz die Namen: Wladi und Natascha aus Bulgarien/USA (ja, das war noch ein weiteres unglaubliches Erlebnis fuer mich, dass ich auf dieser Hoehe zuerst auf Bulgarisch begruesst wurde!), Omid aus Israel, Tamar und Oliver aus Suedafrika, Owain aus London, die Geschwister Marc und Nancy aus Canada, Laura aus San Francisco. Wir hatten mit allen unglaublich viel Spass und haben uns gegenseitig ins Herz geschlossen,unterstuetzt und motiviert.

Es faellt mir noch immer schwer, Worte dafuer zu finden. Manang und Mustang Valley - wir haben unglaubliche Landschaften durchkreuzt. Mehrere hundert Meter tiefe Schluchten, Adler und Geier fliogen direkt ueber uns, keine Telefone, keine richtige Strasse (wobei auf einigen Abschnitten kraeftig gebaut wird), die ersten Mopeds auf der anderen Seite vom Pass die ersten Zeichen von Zivilisation. Oben haben wir uns den Arsch abgefroren und dann unten im subtropischen Tatopani den Arsch in den heissen Quellen verbrannt. Das war im Uebrigen eines der grossartigsten Erlebnisse, in den heissen natuerlichen Quellen zu sitzen, mit Blick auf den 7000er Annapurna South. Schakker war vor mir drin und als sie rauskam, hat sie nur gesagt: Tanja, das ist definitiv etwas fuer die Liste der Dinge, die man getan haben sollte, bevor man stirbt. Und ja, sie hatte recht.

Mit Blasen an den Fuessen, aber stolz wie Oskar sind wir dann mit zuerst mit Mikrobus und dann mit einem oeffentlichen Bus nach Pokhara gefahren. Die Ankunft war sehr irritierend im ersten Moment: Laeden, Menschen, Restaurants, Clubs, Telefone, Internetcafes (fuer eure Wahrnehmung noch nicht einmal viel wahrscheinlich, aber fuer uns nach den Bergen im ersten Moment die totale Ueberforderung). Nun kommen wir langsam mehr an wieder in der sogenannten Zivilsation, geniessen Nepal und haben Zeit zu reflektieren. In Pokhara gibt es gute Restaurants, die Sonne scheint, Mangolassies und nette Leute!

Wie atem- und sprachlos mich die Erinnerung noch macht, merkt ihr sicher auch an der Sprache. Aber wir wollten euch zumindest ein schnelles update geben, in den naechsten Tagen gibt es sicher Bilder und vielleicht auch mehr im Rueckblick ueber unseren Trek.

Die liebsten Gruesse an dieser Stelle, fuehlt euch alle gedrueckt!

Mamallapuram - Relaxen vor dem Norden

Tamil Nadu Von Brigittchen 783 Kommentare »
 

Nun, dieses Mal sind es sogar zwei Wochen geworden, die wir nachtragen mussten. Wie sehr uns das Reisen bisher geschafft hat, haben wir erst hier in Mamallapuram gemerkt. Am fruehen Morgen am Dienstag kamen wir am Busbahnhof in Madras an und entschieden sofort weiterzufahren, in das etwa 50 km suedlicher gelegene Oertchen. Die viertgroesste Stadt Indiens hat uns nicht gelockt, wir wollten Ruhe. Nun sind wir schon die vierte Nacht hier, es ist ein Fischerdoerfchen mit Steinmetztradition. Hier steht auch der aelteste aus einem Stein gemeisselte Tempel Suedindiens (das war die Bausweise zunaechst aus einem einzigen riesigen Stein einen Tempel zu schaffen) und sehr vielen wunderschoenen Felsenreliefs - zwar nicht zu heiligen/ rituellen Zwecken, sondern hier nur zum Zeigen der Kunst der Steinmetzmeister. Es gibt zwei Strassenzuege voller westlicher Touristen (ein wenig wie Goa), Restaurants, Pfannkuchen satt, Verkaeufer und natuerlich die Hitze. Wir koennen hier noch immer und erst recht nicht baden gehen (es sei denn, wir moechten im Mittelpunkt des Ortes stehen). Zwei Tage haben wir uns dem Schlafen und Schlemmen und Waesche waschen (wir waschen mit der Hand) hingegeben, gestern dann den Shore Tempel (besagter Steintempel) kurz nach Sonnenaufgang besucht, einen Spaziergang zu den Felsenreliefs unternommen.

Aber vor allem haben wir hier etwas Kraft zu tanken versucht, denn heute, am Samstag, den 8. Maerz, beginnt der naechste Teil unserer Reise. Dann geht es in den Norden. Wir steigen in den Ganga Kaveri Express Nr. 6039 von Madras nach Varanasi und werden 41 Stunden in der klimatisierten besten Klasse verbringen. Das Taxi ist bestellt, wir verlassen also Suedindien nach mehr als 7 Wochen. Varanasi, einer der heiligsten Orte fuer Hindus, die heilige Stadt am Ganges, wird unsere letzte Station in Indien werden. Wir sind gespannt, aber freuen uns auch sehr auf Nepal.

Wie es uns auf dem Hausboot in Kerala ergangen ist, koennt Ihr im Eintrag “Chamaeleon” lesen. Dann waren wir an der suedlichsten Spitze des Subkontinents in Kanyakumari. In Madurai haben wir uns eine der groessten Tempelanlagen Indiens angeschaut und Pakete verschickt. In Thanjavur, der Stadt der 100 Tempel, haben wir dann noch anderthalb Tage verbracht.

Fuehlt euch alle gegruesst und gedrueckt!

Thanjavur - eine Oase.

Allgemein, Tamil Nadu Von Brigittchen 19 Kommentare »

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Die Stadt der 100 Tempel war uns versprochen worden.  Auch Thanjavur war eine Hauptstadt einer maechtigen Dynastie, der Cholas, gewesen. Im ersten Augenblick wirkte Thanjavur allerdings etwas enttaeuschend, eine Provinzstadt mit einiger Infrastruktur fuer westliche Touristen, mehr nicht. Aber wir hatten gleich die richtige Hotelempfehlung angesteuert. Das Hotel Valli kam uns wie eine Oase vor, es war das erste Mal, dass wir das Gefuehl hatten, dass ein Zimmer sauber ist. Das mag von weitem laecherlich klingen, aber nachdem wir diese stressige Tour durch Suedindien (und Reisen ist unglaublich anstrengend hier), eine Stadt nach der anderen, ein staubiges und dreckiges Hotel nach dem anderen, durchhatten, kamen uns der kleine Garten, das vegetarische Restaurant, die Ruhe, das saubere Zimmer und die laechelnde Frau vor wie ein Traum. Nach einem Mittagessen und siesta (die Mittagshitze ueberbrueckt) ging es zum Brihadeshwara-Tempel, der 1000 Jahre alt ist und eines der wenigen Uebrigbleibsel aus der Zeit der kulturellen Bluete. Sehr imposant, mit einer huebschen grossen Nandikuh und natuerlich auch wieder ein wichtiger Wallfahrtsort. Nach dem beeindruckenden und Sinnes betoerenden Meenakshi-Tempel in Madurai allerdings etwas blass wirkend.

Nachdem wir nach einer gefuehlten Ewigkeit erstmals ausgeschlafen und einen Vormittag einfach so im Zimmer verbracht haben, haben wir noch die restlichen Sehenswuerdigkeiten besichtigt. Den Weg dorthin haben wir erstmals mit einer Fahradrikscha zurueckgelegt. Der Fahrer war schon ein aelterer Herr, sehr duenn wirkend. Wir wollten dem Mann das nicht antun, aber fuer ihn war das wohl eine Frage der Ehre. Er hatte zwar zu kaempfen an manchen Stellen, aber er blieb hart und bewies Durchhaltevermoegen. Wir kletterten also auf den Bell Tower, sahen die groesste Bronzenstatuensammlung aus der Chola-Zeit und eine unglaublich spannende Ausstellung in der Bibliothek: Manuskripte, geschrieben auf winzigste Palmblaetterbuechern.

Dann war die Zeit in Thanjavur auch schon vorbei, wir stiegen in den Nachtbus nach Chennai (Madras).

Das Paket in Madurai

Tamil Nadu Von Schakker 50 Kommentare »

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In Madurai angekommen war die Unterkunft schnell gefunden. Ein Hotel ganz in der Naehe des Sri Menakshi Tempels mit Bilck auf selbigen von der Dachterrasse. So sieht Indien idyllisch aus, die Stadt von oben. 

Madurai ist seit vorchristlicher Zeit ein wichtiges Religions- und Handelszentrum und war mindestens 1000 Jahre ohne Unterbrechung die Hauptstadt des Königreichs der Pandyas, unterhielt sogar nachweisbare Handelsbeziehungen mit Griechen, Römern und Chinesen.  Der Sri Meenakshi-Tempel bildet das kulturelle und religiöse Zentrum im Leben der Einheimischen und ist eine Pilgerstätte der Hindus. Hier werden praktisch permanent rituelle Zeremonien durchgefuehrt zum Beispiel das allabendliche Ritual bei dem die beiden Idole Shiva und Meenakshi gebadet, geölt und parfümiert werden um anschließend von Priestern und Trommlern begleitet ins Heiligtum zur Nachtruhe getragen zu werden. 

Diesen Tempel kann man durchaus mehr als 2-3 Mal besuchen, da wie erwaehnt staendig etwas passiert und man am Staunen ist. Allein die 5 Gopuras (praktisch die Eingangstuerme) sind so figurenbeschmueckt und in grellen Farben bemalt dass man ewig davor stehen koennte und immer wieder etwas neues entdeckt. Hinzu kommen die vielen Pilger, die das ganze Ambiente fuer einen Nichthindu natuerlich zusatzlich aufwerten.

Ausserdem ging es noch auf grosse Shoppingtour (besonders die Damen zu Hause koennen sich auf eine grosse Tuchauswahl freuen) bei der sich Tanja unter anderem einen Sari (sie sagte sie wird ihn zum Diavortrag am 10. Mai in Groeditz tragen) gekauft hat. 

Fast einen ganzen Tag haben wir ausschliesslich damit zugebracht um die Pakete zu packen, beim Schneider in einen Baumwollstoff einnaehen zu lassen und sie anschliessend zum Versiegeln und dem Einnaehen der Zollerklaerung zu bringen. Final hat die Post dafuer noch einen spektakulaeren Preis gewollt, dass ich nur noch hoffe, dass die jetzt auch ankommen. Diese Strapaze haben wir bei einem abendlichen Essen auf dem Hochhausdach eine Hotels mit einem Bierchen begossen und dachten uns dann, dass wir vielleicht noch ein zweites in der, im Keller befindlichen, Apollobar nehmen. Wir sind also hinein und waren kurz ueberrascht, dass wir uns mitten in Indien in einer Art Raumkapsel befinden. Doch kurz darauf der zweite Schock, die Kapsel ist voll…aber nur mit Maennern…wir bestellen also lieber doch was aufs Hotelzimmer.

Der suedlichste Punkt Indiens - Kanyakumari

Tamil Nadu Von Schakker 21 Kommentare »

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So, wir haben es tatsaechlich geschafft und haben nun den suedlichsten Punkt unserer Reiseroute erreicht - Kanyakumari. Hier treffen der Golf von Bengalen, das Arabische Meer und der Indische Ozean zusammen. Viele Pilger kommen deshalb hierher, um sich im heiligen Wasser zu reinigen und zu baden. Wir haben die Fuesse auch einmal hinein gehalten und hoffen, dass es auch geholfen hat. Direkt am Strand ist der Kumari-Amman Ufertempel gelegen, der im uebrigen auch ein Pilgerort fuer Hindus ist, da er der Gefaehrtin Shivas, Parvati, geweiht ist und den Pilgern Schutz bringen soll. Gleich hinter dem Tempel befindet sich das Mahatma Gandhi Memorial, wo man einst seine Asche aufbewahrte bevor sie ins Meer gestreut wurde. Leider aber war im Inneren nicht viel Berichtenswertes zu sehen und zudem bat uns die Security, Geld als Spende auf den Grabstein zu legen. Mir war das ein bisschen suspekt, da nirgendwo stand, wofuer das Geld sein soll oder wie normalerweise eine verschliessbare Box zu finden war. Aber dafuer war unsere Fahrt ueber das stuermische Meer zur Denkmalinsel des Heiligen Swami Vivekananda (besser auch bekannt als “Wandermoench”) um so spektakulaerer. Ca. die Haelfte aller Passagier wurden bei der Ueberfahrt bis auf die Haut durchnaesst und auch ich war eher froh, dass ich schwimmen kann als ich das Faehrboot sah. Und das alles um auf den vermeintlichen Fussabdruck Shivas auf einem Felsen zu sehen. Ich fand es eher niedlich als beeindruckend, aber das war dann der perfekte Ausgleich zur Ueberfahrt. Der Tag gipfelte dann in den Besuch einer Aussichtsplattform und fand die Vollendung in einem Abendessen mit der indienbegeisterten Tina aus der Naehe von Dresden und ihren Ausfuehrungen ueber Bollywoodtanz. Ansonsten sind wir in diesem doch recht verschlafenen Oertchen ein bisschen herumgelaufen zum oertlichen Strand mit den Fischerbooten, der in meinen Augen eher einem Fischfriedhof aehnelte, und haben den Fischern beim Reparieren der Netze zugeschaut. Ein wirklich sehr idyllisches Plaetzchen. 

Von hier aus ging es dann weiter in Richtung Madurai. Ja und auch das war eine Fahrt, von der ich noch lange erzaehlen werde. Wir stiegen leider als letzte in den Bus ein. Es gab nur 2 voneinander getrennte Sitzplaetze. Als ich auf meinen zusteuerte fing der auf dem Sitzplatz daneben befindliche Inder an zu schreien. Ich weiss nicht, was, aber zuerst auf mich gerichtet und nach kurzem Hinweis meinerseits auf den gekauften Sitzplatz spaeter  zum Kontrolleur. Ich persoenlich wollte mich weder beruhigen noch neben dieser Person sitzen (uebrigens wollte das auch kein anderer im Bus, also moechte ich nicht wissen was er geschriehen hat) was dazu fuehrte, dass ich die 6 Stunden Fahrzeit auf einem Aktenkoffer sitzend verbrachte. Immerhin besser als stehen oder am Aergernissfeld ;).   

Ein Chamaeleon!

Kerala Von Brigittchen 14 Kommentare »
 

One of the ten things you have to do before die. So vollmundig wird eine Hausboottour durch die backwaters von Kerala im lonely planet angepriesen und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Einen Vorgeschmack haben wir bereits bei der Faehrenueberfahrt nach Allepey bekommen, der geplante Startpunkt fuer die Tour. Das Unternehmen geriet allerdings am Anfang sehr zaeh. Durch den Streik konnten wir erst einen Tag spaeter als geplant anfangen, uns darum zu kuemmern. Leider hat auch unser letzter Besuch in einem Internetladen (da haben wir all die letzten Eintraege gemacht) einen hohen Preis gehabt: Schakker vermisst seitdem eine memory card fuer ihre Kamera. Und wie das immer in solchen Faellen ist, ist es natuerlich auch eine, die schon fast voll war. Ein herber Verlust. Wir haben zwar Anstrengungen unternommen, diese zu finden, den Besitzer ausfindig gemacht, er ist am Sonntag zu seinem Laden gekommen, aber die Karte ist leider nicht aufgetaucht. Die Vorfreude war also etwas getruebt, als wir dann am Sonntag kurz nach eins an Bord des Hausbootes gegangen sind. Kettu vellams heissen die tredationellen Boote der Gegend, bestehend aus der Schale und einer Konstruktion (Dach, Raeume) aus Palmenblaettern. Ueberall sind solche Boote zu sehen, auf denen Touristen (sehr viele westliche) sich damit durch das Netz aus Fluessen schippern lassen - in den unterschiedlichsten Preis-, Groessen- und Luxuskategorien.Unser Boot hatte im Vergleich zu vielen anderen Booten eine recht einfache Innenausstattung. Das lag vor allem daran, dass ich so von dem Gedanken begeistert war, dass wir jetzt gleich ein eigenes Boot mit Besatzung nur fuer uns haben werden, dass ich nur noch an Bord wollte. Ich liebe Boote. So sind wir an ein Unternehmen geraten, dass wohl recht neu ist (die Aussage des jungen Mannes, der am zweiten Tag das Boot fuhr und sich als der Besitzer vorstellte). Zwei Schlafzimmer, hinten eine Kueche, vorn Sitzgelegenheiten und ein Sitz fuer den Fahrer. Am ersten Abend, an dem wir angelegt haten, kam dieser junge Mann uebrigens das erste Mal an Bord und zwar in einer Aufmachung als Priester (kam uns zumindest kurz so vor) und fragte, ob er kurz stoeren darf, er haette etwas vom Tempel. Daraufhin begann er eine Art Ikone an die Wand zu befestigen und das ganze Boot mit duftendem Wasser zu bespruehen. Offenbar so eine der ersten Fahrten dieses Bootes - so wirkte es auf mich. Aber es war ganz in Ordnung fuer uns, wir haben zwei Naechte dort verbracht und ein wenig entspannt. Gelesen, in die Sonne geblinzelt, das koestliche Essen genossen. Der schon etwas aeltere Koch hat sich grosse Muehe gegeben und uns mit leckeren keralischen Speisen verkoestigt. Der Schiffsjunge war der aelteste an Bord, ein sehr duenner, aber sehniger Mann. Ein typischer Mann Suedindiens. Sie sind oft klein, kleiner als ich und wirken unglaublich zart fast mit duennen Aermchen und Beinchen. Aber Kraft scheinen sie alle ganz viel zu haben, irgendwie. Unser Schilfsjunge also sprach kaum Englisch und tat uns leid, als er versucht hat, unsere Wasserflasche zu oeffnen. Die Flaschen hier haben immer noch einmal eine Plastikhuelle, die sich oft ganz schwer oeffnen laesst. Der Mann nahm also ein rostiges, krummes Messer (das aber bestimmt scharf ist) und versuchte es damit. Ganz erfolglos natuerlich, aber fuer uns ganz wundersam zu beobachten. Klar, Mineralwasserflaschen sind kein Teil seiner Welt.

Der Weg fuehrt entlang der Wasserstrassen, die kleine Fischerdoerfchen miteinander verbinden. Dazwischen gibt es immer wieder Wege durch die Fluss- und Sumpflandschaft, auf denen winzig kleine Huetten stehen. Der Fahrer erzaehlte, dass dies die Aermsten der Region sind, sie leben bis heute einzig von den Fischen, die sie selbst angeln. Wenn der Monsun kommt und dieser soll in dieser Gegend besonders stuermisch sein, fliehen sie mittellos in die Staedtchen. Unter ihnen soll es auch einige hundert Opfer waehrend des Tsunami gegeben haben (fast jeder kennt wohl jemanden oder hat jemanden in der Familie!). Die Anlegestelle waehrend der ersten Nacht lag dann ganz nah an einem kleinen Doerfchen, durch das wir spaziert sind. Die Menschen hier leben so nah am Wasser, dass wir ganz intensiv beobachten konnten, was fuer Indien so typisch ist: im selben Fluss wird gebadet, gewaschen, geangelt und was sonst noch ansteht. Alles nebeneinander. Dazwischen tauchen Maenner nach Sand und Erde, die sie dann auf kleinere Boote sammeln bis sich ein spitzer grosser Berg bildet. Oder es fahren Krabbenverkaeufer vorbei, “Prawns, Prawns!” schreiend. Oder mal eine Entenfarm, da sind dann so um die hundert Enten im Wasser und dazwischen ein Aufpasser in einem winzigen Kanu. Passend zur Dorfidylle haben wir sogar ein richtig lebendes Chamaeleon gesehen, einfach so am Gartenzaun eines Haeuschens ruhend.

Die zweite Nacht verbrachten wir in Sicht- und Hoerweite des Ashrams von Amma (der indischen Frau, die als Heilige verehrt wird und der Welt Umarmungen verteilt), wir wollten nach Kollam, etwa 80 km weiter suedlich. Die Route war deshalb nicht die ganz typische, die Touristen machen und schwierig (sagte der Fahrer). Als wir an der Anlegestelle ankamen, zeigte der Fahrer nach hinten.Vom Ashram haben wir nur die Hochhausspitze gesehen, der Fahrer sagte, dort gibt es nur Touristen aus dem Westen und geweckt wurden wir im fruehen Morgengrauen von der Meditationsmusik - trotz des knappen Kilometers Entfernung!

Fruehstueck, Ankunft am Ende der Reise, der Schiffsjunge begleitete uns noch zur Dorfstrasse und zeigte, wo wir stehen bleiben sollen. Zehn Minuten spaeter kam der Bus zum Highway nach Kollam und dort stiegen wir in den Zug. Weiter in Richtung Sueden, Kerala verlassend, nun den Bundesstaat Tamil Nadu bereisend.

…zurueck zur Hitze…

Kerala Von Brigittchen 1842 Kommentare »

Liebe Leute,

wir haben nun heute mehr als eine Woche Indienreise nachgetragen und das hier chronologisch angelegt. Das heisst, wenn Euch alles interessiert, dann geht weiter nach unten, der erste neue Text heisst ”Busfahren!” und dann textweise weiter nach oben lesen. Fuer die mit wenig Zeit sei gesagt: uns geht es gut, wir kommen ganz gut durch, sehen einige spannende Sachen und sind schon recht gelassen. So sind wir nun hier in Alleppey in Kerala und wollen von hier die geplante Hausboottour durch die backwaters starten. Ein Hausboot mieten und ein paar Tage durch das Flussnetz schippern/gleiten, das wollen wir uns leisten. Nun, heute wird hier erneut gestreikt (diesmal, weil zu viele Menschen aus anderen Bundesstaaten nach Kerala kommen und Laeden aufmachen, dass wollen die Keralesen nicht!), so dass wir nicht dazu kamen, das Boot zu mieten. Morgen wollen wir dies aber tun und wenn alles gut geht, gehen wir noch morgen an Bord! Aber wenigstens hatten die Internetcafes auf, so konnten wir ein wenig Revue passieren lassen! Nun schwitzen wir ein wenig weiter (es ist hot, hot, heat) und warten auf den Morgen!

Seid alle lieb gegruesst und gedrueckt!

…das Geburtstagskind…

Allgemein Von Brigittchen 53 Kommentare »

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Und fuer all die zahlreichen Gratulanten, die nach Bildern des Geburtstagskindes gefragt haben, hab ich nun diesen kleinen Zwischenbeitrag. Leider kann ich auf diesem Computer hier die Bildervorschau nicht nutzen, so dass ich nur hoffen kann, dass mit dem Upload alles geklappt hat - vielleicht kann auch unser Administrator Andreas (DANKE an dieser Stelle fuer alles!!!) mal schauen. Jedenfalls koennt ihr hier die ersten Fotos als 28jaehrige in der Rikscha in Kochi sehen, das Warten auf das Fruehstueck in einem Cafe am staubigen Busbahnhof (es gab nur ein indisches Tagesgericht), den Bus, mit dem wir eine recht stressige Fahrt in die Berge hatten, das Kerzenauspusten (das einzige, was auf der Karte halbwegs passend dafuer war, waren Gemuesesandwiches) und das abendliche Anstossen mit der ersten Flasche Sekt, die wir in Indien entdeckt haben (im teuersten Hotel der Stadt) sehen!

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